Access Blocking
In der letzten Zeit war immer wieder das Access Blocking in den Medien zu lesen. Den meisten dürfte bekannt sein das, sollte diese Idee umgesetzt werden, in Zukunft Internetseiten mit Kinderpornographischen Inhalten gesperrt werden. Dabei wird vom BKA eine Liste erstellt, die an die Anbieter von Internetzugängen in Deutschland übergeben wird um diese dann auch umzusetzen.
Auf der Internetseite des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) finden sich weiterführende Informationen. Eine der ersten Zeilen die mir dabei ins Auge fällt ist diese,
“Technisch versierte Internetnutzer werden immer Wege finden, die Sperren zu umgehen.”
Offenbar scheint dabei das Bundesministerium die Hoffnung zu hegen das versierte und nicht versierte Nutzer grundsätzlich nicht miteinander Kontakt haben. Auch findet sich leider kein Hinweis darauf was das BMFSFJ unter einem “Technischen versierten Nutzer” versteht. Das auch ein nicht versierter Nutzer, wen er den willens ist, die Technischen Kenntnisse erlangen könnte, wird vom BMFSFJ nicht Erwägung gezogen.
“Täglich werden bis zu 50.000 Zugriffe blockiert.”
Dies hört sich nach einem beeindruckenden Erfolg an. Was uns diese Zahl leider nicht mitteilt, ist was die Personen die blockiert wurden, dannach getan haben. Vergleichbar wäre das mit der Vermutung das solange die Tür abgeschlossen ist, auch niemand durch das offene Fenster klettert. Ob das Zugreifen auf die gesperrte Seite nun tatsächlich erfolgreich blockiert wurde, wird uns diese Zahl abschließend nicht beantworten können.
Letztlich wird die Welt mit dem Access Blocking also so aussehen, diejenigen die unbedingt ihr “Material” haben wollen, werden einen Weg finden. Diejenigen die sich für diese Internetseiten nicht interessieren werden sie nun erst recht nicht zu Gesicht bekommen. Das eigentliche Problem wird aber dadurch nicht gelöst.
Abschließend bleibt dann noch eine Frage die auch das BMFSFJ nicht erwähnt. Wäre es den nicht auch möglich auf die Liste der zu Sperrenden Internetseite noch andere Internetseiten zu setzen? In einem Artikel des Spiegels äußert sich die Familienministerin Ursula von der Leyen zu diesen Bedenken,
“Sie könne jedoch nicht ausschließen, was künftige Regierungen für Wünsche und Pläne entwickeln.”
Achso, und ich hatte schon befürchtet das Access Blocking hätte überhaupt keinen nutzen.
Quelle (Spiegel.de, BMFSFJ, heise.de, golem.de)