#Erdogan, #Böhmermann und die Meinungsfreiheit


Nein, es ist nicht gut, dass #Böhmermann vor Gericht muss und #Erdogan ist in meinen Augen machtgierig und selbstherrlich.

Das großartige in einem Land wie Deutschland ist ja auch unser Recht auf schlechten Geschmack. Kritiker fanden das Gedicht von #Böhmermann abstoßend, eine reine Aneinanderreihung von Beleidigungen und damit eben keine Satire. Aber Satire hat sogar das recht schlecht zu sein, dennoch ist es damit immer noch Satire. Eine Grenze für Satire ist doch nur dann da, wenn die Freiheit eines anderen eingegrenzt wird.

Es mag sein, dass ausgerechnet das bei einem Mann wie #Erdorgan sicherlich grotesk erscheint, dennoch ist dies eben geltendes Recht. Auch der Paragraph §103, Anachronistisch, immerhin noch ein Relikt des Kaiserreichs, wurde auch von anderen bereits mehrfach genutzt.

Trotz all der Hysterie, seien wir doch einfach mal ehrlich, es ist doch nicht das erste Mal, dass ein Künstler verklagt wurde. Denn immerhin gilt zwar die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit, aber es gilt auch die Freiheit derjenigen, die dann in ihrer eingeschränkt werden. Was genau hätte denn Frau #Merkel tun sollen, die Gewaltenteilung wie #Erdorgan ignorieren?

Oder haben wir Angst, dass die Gerichte etwa gegen #Böhmermann entscheiden könnten? Den recht unbehelligt wurde erst im Februar ein Lehrer wegen „Gotteslästerung“ verklagt. Für Sprüche wie,

Jesus – 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!

die an der Heckscheibe seines Autos klebten, durfte er 500 EUR zahlen. Es gab keinen #Aufschrei, Frau #Merkel hielt keine Ansprache, und es gab auch keine Talkshow in der Pfarrer, Atheisten und Agnostiker zu Wort kamen.

Wenn es möglich ist, dass ein Lehrer in einem säkularen Staat deswegen verklagt wird, wie weit ist es mit unserer Meinungsfreiheit? Wie genau können wir dann #Erdorgan kritisieren? Wo genau ist eigentlich unsere Grenze für Meinungsfreiheit und Satire?

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